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Gedanken über das Abschiednehmen

In unserem Blog finden Sie Gedanken und informative Beiträge zu Themen rund um das Abschiednehmen.

Wenn da plötzlich diese riesige Wand vor uns steht

Wie viel Zeit unseres Lebens verschwenden wir damit, gegen Wände zu laufen? Wenn etwas schiefgeht oder nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben, worauf konzentrieren wir uns dann? Auf das Loslassen und Weitermachen – nun aber auf anderen Wegen? Oder nicht doch vielmehr auf den Schmerz über das Scheitern und den verzweifelten Wunsch nach einer göttlichen Fügung?

Ob es sich um ein verpatztes Bewerbungsgespräch handelt, eine zerbrochene Beziehung oder gar den Verlust eines geliebten Menschen – es dauert meist eine ganze Weile, bis wir die Situation akzeptieren und den Blick wieder öffnen können. Da ist plötzlich diese riesige Mauer vor uns und wir müssen irgendwie hindurch. Also rennen wir dagegen an, wieder und wieder. Aber warum wollen wir überhaupt hindurch? Ist es denn nicht besser, einen Schritt zurückzutreten und einen Weg zu suchen, der an ihr vorbeiführt?

Wir tun weder uns noch anderen einen Gefallen damit, wenn wir der Wut oder dem Schmerz zu viel Raum zugestehen. Wenn wir zulassen, dass sie unser Handeln bestimmen. In den meisten Fällen machen wir es dadurch sogar noch viel schlimmer, steigern uns womöglich mehr und mehr hinein, bis uns die Ereignisse irgendwann vollkommen lähmen. Sicher, es ist schwer, manchmal sogar unmöglich, seine Gefühlswelt zu kontrollieren. Doch wir können es zumindest versuchen, können die Situation zu akzeptieren lernen. Manchmal muss man erst loslassen, um wieder klar sehen zu können. Das braucht Zeit. Doch diese Zeit können wir uns nehmen.

Wenn wir die Dinge selbst nicht ändern können, dann können wir immer noch unseren Umgang mit ihnen verändern. Können uns auf die guten Aspekte konzentrieren, so klein sie auch sein mögen. Aus Fehlern lernen, schöne Erinnerungen bewahren, das wertschätzen, was wir haben. Das hilft vielleicht nur minimal. Aber es ist besser, als gegen Wände zu laufen.

Der Trauer einen Klang geben …

Trauermusik gehört dazu – zu einer Abschiedsfeier und einer Bestattung. Denn die Musik trägt und beflügelt die Trauergefühle und zwängt sie nicht in Worte oder Gesten, sondern lässt sie frei.

Victor Hugo, ein französischer Schriftsteller, formulierte es so: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“

Regeln gibt es eigentlich keine, denn die Abschiedszeremonie heute soll persönlicher und individueller denn je sein. Dem Verstorbenen ein letztes Geleit geben und die Trauergesellschaft trösten – oder soll man sagen: in Stimmung bringen? Denn mittlerweile gibt es die „Best of“-Trauercharts. Für jede Gefühls- und Geschmackslage ist etwas dabei. Immer auf den Spitzenplätzen zu finden sind „Who Wants to Live Forever“ von Queen, „I Did It My Way” von Frank Sinatra, aber auch das klassische „Ave Maria” von Franz Schubert.

Sicher gehen Menschen ganz unterschiedlich mit ihrer Trauer um und drücken sie individuell aus – in der Auswahl von Kleidung, Blumen und eben auch in der Musik. Der eine mag sich humorvoll verabschieden, der andere rockig und der nächste wieder klassisch instrumental, nicht jeder Trauergast wird die Auswahl ebenso als passend empfinden. Aber wie kann es sein, dass oftmals die gleiche Musik erklingt, als gäbe es nur einige wenige Musikstücke?

Musik zur persönlichen Untermalung einer Abschiedsfeier – gerne ja!

Musik zur reinen Inszenierung einer dramatischen Klangkulisse – besser nein!

Nehmen Sie sich doch die Zeit und hören Sie in sich hinein, welche Musik Ihnen in Ihrer Trauer am Herzen liegt – dann liegen Sie mit Ihrer Auswahl sicher richtig und die Musik wird einen wichtigen Beitrag zum Abschied leisten.